Die GKV mit PKV – Tarifen
Konkurrenz belebt das Geschäft – anscheinend hat die Bundesregierung genau dieses Sprichwort bei der Entscheidung über die Gesundheitsreform im Hinterkopf gehabt. Seit dem 01. April diesen Jahres haben die gesetzlichen Krankenkassen die Möglichkeit, ihren Mitgliedern Wahltarife anzubieten. Die Techniker Krankenkasse bietet als erste Versicherung einen bundesweiten Tarif an, welcher denen der privaten Krankenversicherung ähnelt. Unter der Bezeichnung TK – Privat Praxis in das Angebot aufgenommen, versucht die Kasse damit die Abwanderung der Mitglieder zu den privaten Unternehmen zu stoppen. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten. Erste Zahlen scheinen darauf hin zudeuten, dass die Mitglieder der Versicherung wenig Interesse an den neuen Tarifen zeigen.
Für Versicherte, die sich für den Privat Praxis Tarif entscheiden, steigen die Beiträge um bis zu 100 Euro. Wie hoch die Steigerungen sind, hängt vom Alter ab. Ähnlich der PKV rechnen die Ärzte ihre Leistungen direkt über den Patienten ab. Dieser muss die Rechnungen bei seiner Kasse einreichen, um die Kosten erstattet zu bekommen. Seitens der TK werden 90% der erstattungsfähigen Leistungen getragen. Versicherte müssen pro Jahr bis zu 400 Euro selbst tragen und sind verpflichtet, sich über einen Zeitraum von 3 Jahren zu versichern.
Die Unternehmen des privaten stehen der neuen Konkurrenz natürlich ablehnend gegenüber. Teilweise reicht die Antipathie soweit, dass die gesetzlichen Kassen sogar über die Gerichte gezwungen werden sollen, die Bedingungen für ihre neuen Wahltarife zu ändern.Ob und inwiefern der deutsche Krankenversicherungsmarkt durch die Neuregelungen in Bewegung gerät bleibt abzuwarten.