Herpes – gefährlicher als man vermutet?
Herpes gehört zu den Viruserkrankungen und wird durch Herpesviren verursacht. Die häufige Form der Lippenherpes geht auf die Erreger HSV-1 und HSV-2 ausgelöst, die zum Stamm der Alpha-Herpesviren gehören. Schätzungen gehen für Deutschland davon aus, dass 85% der Bevölkerung mit dem HSV-1 und circa 25% mit dem HSV-2 infiziert sind. Allerdings besteht im Regelfall kein Grund zur Sorge. Die Erkrankung äußert sich durch die Bildung kleiner Bläschen, aus denen nach einiger Zeit Sekret austritt. Die Verbreitung erfolgt über die Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Herpes ist eher lästig als bedrohlich. In jeder Apotheke findet man Salben, welche die Ausbreitung der Blasen verhindert. Den Viren kommt man hingegen nicht so leicht bei. Diese heften sich an die Nervenbahnen des Betroffenen und können so über Jahre in einem Wirt überdauern, ohne in Erscheinung zu treten. Oft bleibt eine Infektion mit Herpesviren sogar unbemerkt, da die Anzeichen nicht in jedem Fall auftreten.
Treten Beschwerden wie Fieber oder ähnliches auf, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Selten bildet sich eine Herpes – Enzephalitis. Diese Entzündung des Hirngewebes kann schwerwiegende Folgen haben. Es kommt zu Krämpfen, Lähmungen und teilweise zum Sprachverlust. Unbehandelt sterben 70% der Betroffenen. Durch den sofortigen Beginn einer Therapie sinkt diese Rate auf 20%, was immer noch relativ hoch ist. Daneben ebnet eine Herpesinfektion anderen Viren den Weg, da ein geschwächtes Immunsystem nicht in der Lage ist, an allen Fronten gleichzeitig zu kämpfen.
Möchte man sich vor der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit schützen, sollte man immer darauf achten, neben Sport und ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung einzuhalten. Medizinische Tests scheinen darauf hin zu deuten, das lysinreiche Kost einen positiven Effekt in der Herpes – Prophylaxe hat. Lysin findet sich unter anderem in Fisch, Milch und verschiedenen Gemüsesorten.