Karte – die Zweite!

Wie aufmerksame Leser der offiziellen Seite zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK) entnehmen können, scheint die heiße Testphase derselben kurz bevor zustehen. Das Gesundheitsministerium verspricht den Verbrauchern mit der Einführung dieser Karte, gegenüber der bisherigen Krankenkarte, einige Verbesserungen. Zum einen soll hiermit die Kommunikation zwischen den einzelnen Stellen des Gesundheitssystems verbessert werden. Da die eGK über einen eigenen Mikroprozessor verfügt und die Informationen über ein Netzwerk abgerufen und übermittelt werden können, sollen die Ärzte, Kassen und Heilpraktiker einen wesentlich besseren Zugriff auf die einzelnen Patientendaten erhalten. Zudem verspricht sich die Bundesregierung von der Karte eine Kostensenkung und möchte damit gleichzeitig Patientenrechte stärken. Anscheinend vergisst die Gesundheitsministerin hierbei die veranschlagten Kosten, denn mehrere Milliarden Euro dürften den Bundeshaushalt nicht unwesentlich belasten und gehen somit zu Lasten der Steuerzahler.

Zudem bemängeln Experten immer wieder den mehr als leichtfertigen Umgang mit persönlichen Daten der Patienten. Denn neben Geburtstag, Name und Wohnort werden in Zukunft ganze Krankenakten über das Internet verschickt und dürften hier früher oder später den Angriffen von Hackern ausgesetzt sein. Daneben benötigen die Verbraucher zusätzlich in ihrer eigenen Wohnung ein spezielles Lesegerät, um wirklich Herr der Daten zu sein, was sicher für viele heute noch nach Zukunftsmusik klingt und sich bereits heute als schöne Utopie erweist. Schließlich tauschen sich die einzelnen Stellen schon heute intensiv untereinander aus oder speichern Daten. Und das meist ohne das Wissen der einzelnen Patienten. Willkommen in der schönen neuen Welt.

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