Politik und Volksmeinung
„Interessengeleitet“ – mit diesem Kommentar würdigt das deutsche Gesundheitsministerium eine Umfrage zur Sicht der Bürger über die Gesundheitsreform. Die Erhebung wurde durch das Forsa-Institut durchgeführt und beschäftigt sich mit den Kernbereichen der Reform. So stand etwa der Gesundheitsfonds zur Debatte. Die Ergebnisse fallen bei einer überwältigenden Mehrheit der deutschen Bevölkerung gegen die Reform aus. Mehr als 2/3 der Befragten sind der Meinung, dass die Gesundheitsreform dem System der Krankenversicherungen eher schadet, anstatt zu nützen.
Für viele geht die Reform mit einer Erhöhung der Bürokratie einher, statt mit einer Senkung. Mehr als 90% der Teilnehmer befürchten sogar, dass in Zukunft die gesetzliche Gesundheitsvorsorge noch teurer wird und jeder Versicherte noch etwas tiefer ins Portemonnaie greifen muss. 95 Prozent gehen sogar noch weiter. In deren Augen werden Nachbesserungen sicher nicht lange auf sich warten lassen und dürften die Gesundheitsreform zu einem politischen Roulette machen. Was sicher vielen der Befragten sauer aufstößt, dürfte die Aussicht sein, im Fall der Insolvenz einer fremden Kasse für deren Bankrott mit gerade stehen zu dürfen.
Allerdings setzt sich die Mängelliste der Gesundheitsreform noch weiter fort. Selbst einige Politiker fordern inzwischen Verschiebungen und Nachbesserungen. Besonders der Gesundheitsfonds sieht sich immer wieder heftiger Kritik ausgesetzt. Selbst die Bundesbürger sind inzwischen der Meinung, dass dieses neue Form der Finanzierung verschoben werden sollte. Insofern hat das Gesundheitsministerium natürlich recht. Vom Standpunkt der Bevölkerung und Versicherten ist eine Umfrage in dieser Form sicher „interessengeleitet“. Mit der Gesundheitsreform wollte die Bundesregierung sicher niemanden verunsichern.