Tattoos können in Zukunft teuer werden
Für alle Liebhaber der plastischen Chirurgie, Piercings und Tätowierungen brechen schwere Zeiten an. Wie aus dem Bundesgesundheitsministerium verlautete, wird an einem Gesetzesentwurf gearbeitet, der darauf abzielt, Ärzte zu Werkzeugen der Sparpolitik gesetzlicher Krankenkassen zu machen. In Zukunft sollen Komplikationen, die auf medizinisch nicht notwendige Eingriffe zurück gehen, an die Krankenversicherer gemeldet werden. Speziell Schönheitsoperationen geraten ins Visier der Kassen.
Grundlage ist die Regelung der Gesundheitsreform. Seit diesem Frühjahr müssen Patienten, die aufgrund von unnötigen Eingriffen Gesundheitsschäden davongetragen haben, die Kosten für deren Behandlung aus eigener Tasche bezahlen. Bisher weigerten sich aber die Ärzte, relevante Daten über ihre Patienten an die Krankenversicherer weiter zugeben. Sie begründen ihr Vorgehen mit der ärztlichen Schweigepflicht. Aus diesem Grund laufen die Medizinerverbände Sturm gegen die neue Gesetzesvorlage. Diese drohe in ihrer geplanten Form die Schweigepflicht zu unterminieren und das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Arzt nachhaltig zu stören.
Kunst und Schönheitskult hin oder her. Nach meiner persönlichen Meinung sollten die Kosten für Folgen von Tattoos und Körperschmuck auf die Betroffenen umgelegt werden. Dafür allerdings die Rechte und Pflichten der Ärzte auf diese Art zu beschneiden, halte ich für den falschen Weg. In welcher Form die geäußerte Kritik seitens der Gesetzgebung berücksichtigt wird, bleibt abzuwarten. Ob die neue Regelung dazu führt, dass weniger Schönheitsoperationen vorgenommen werden ist in meinen Augen fraglich. Es geht wieder einmal darum, die öffentlichen Kassen zu entlasten.